Fettabscheider.
Planung, Beratung, alle Hersteller.
Wenn Sie mit Essen arbeiten und Abwasser entsteht, brauchen Sie sehr wahrscheinlich einen Fettabscheider. Das Abwasser aus Gaststätten und Großküchen ist verunreinigt und darf so nicht in die Kanalisation – Fette, Öle und Speisereste müssen getrennt werden. Wir beraten Sie bei der Auswahl und Dimensionierung.
Normen & Vorschriften
- • DIN EN 1825-1 und -2
- • DIN 4040-100
- • DIN 1986 Teil 1
- • Einbaupflicht bei Fettanfall
- • Regelmäßige Wartung vorgeschrieben
Hersteller
- • Zehnder
- • ACO
- • Europact
- • FAS
- • TECEsepa
- • Kessel
Bemessung
- • NS 2 = 50–200 Portionen/Tag
- • NS 4 = 200–400 Portionen/Tag
- • NS 7 = 400–700 Portionen/Tag
- • NS 10 = 700–1.000 Portionen/Tag
- • Oder nach Abwassermenge (l/s)
Beratung
- • Dimensionierung inklusive
- • Herstellerunabhängig
- • Ausschreibungstexte
- ☎ 030 565 94 794
Brauchen Sie einen Fettabscheider?
Die Antwort ist fast immer ja, wenn in Ihrem Betrieb fetthaltige Abwässer anfallen. Laut DIN 1986 Teil 1 und den kommunalen Entwässerungssatzungen sind Betriebe mit gewerblicher Küchennutzung verpflichtet, einen Fettabscheider nach DIN EN 1825 einzubauen. Das gilt für Restaurants, Hotels, Kantinen, Krankenhäuser, Schulen, Metzgereien, Fleischverarbeitung und viele weitere Betriebe.
Ohne Fettabscheider drohen Bußgelder, Probleme mit der Kommune und verstopfte Kanalleitungen. Wir helfen Ihnen, die richtige Nenngröße zu ermitteln und den passenden Hersteller auszuwählen – herstellerunabhängig und mit vollständiger Dokumentation.
Konsequenzen ohne Fettabscheider: Wer trotz Einbaupflicht keinen Fettabscheider betreibt, riskiert empfindliche Strafen. Die Bußgelder liegen je nach Kommune zwischen 5.000 und 50.000 €. Zusätzlich kann die Gemeinde den Kanalanschluss sperren – was faktisch einer Betriebsschließung gleichkommt. In schweren Fällen droht eine Rückbauanordnung der gesamten Küchenentwässerung. Auch Versicherungen können im Schadensfall die Leistung verweigern, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Fettabscheidung fehlt. Handeln Sie rechtzeitig – wir beraten Sie kostenlos.
Was Fett in der Pumpstation wirklich anrichtet
Fett im Abwasser ist kein kosmetisches Problem – es zerstört Ihre Technik systematisch. Drei Schadensmechanismen, die jeder Betreiber kennen sollte:
Verseifung
Fett verbindet sich mit Kalk aus dem Wasser zu kalkhaltigen Fettseifen. Diese Ablagerungen sind hart wie Beton und lassen sich mit einer normalen Rohrreinigung kaum entfernen. Die Dichte von Fett (0,9 g/cm³) liegt nur knapp unter der von Wasser (1,0 g/cm³) – schon geringe Turbulenzen reichen, damit sich Fett im gesamten Rohrquerschnitt verteilt.
Die Sensor-Falle
In der Pumpstation setzt sich das Fett an den Schwimmerschaltern fest. Ein fettumhüllter Schwimmer wird schwer, träge und verkrustet. Er meldet „Alles okay“, während der Schacht bereits überläuft – ein stiller Totalausfall der Steuerung.
Der Pumpen-Killer
Fett kriecht in jede Ritze. Es setzt die Gleitringdichtung unter Druck und kann das Schneidwerk so verkleben, dass die Pumpe beim Anlaufen blockiert und die Wicklung durchbrennt. Reparaturkosten: mehrere tausend Euro.
Vorsicht: Emulgierung
Wer die Pumpe vor den Abscheider setzt, emulgiert das Fett – zerkleinert es in kleinste Tröpfchen. Diese Mikroteilchen können im Abscheider nicht mehr aufsteigen. Das Fett schießt einfach durch in den Kanal – und das gibt Ärger mit der Stadtentwässerung.
Der Horror-Faktor: Geruch
Organische Fette werden ranzig. Es entstehen organische Säuren, die Beton und Metall angreifen. Ohne fachgerechte Entlüftung über das Dach ziehen die Faulgase durch die Siphons zurück in die Küche. Wer zu klein dimensioniert, riskiert, dass bei Spitzenzufluss das Fett einfach „durchgedrückt“ wird.
Funktionsweise eines Fettabscheiders
Öle und Fette haben eine geringere Dichte als Wasser und schwimmen oben. Ein Fettabscheider nutzt dieses physikalische Prinzip: Die Strömungsgeschwindigkeit wird reduziert, Feststoffe sinken in den Schlammfang, Fette schwimmen auf und werden abgeschöpft. Das gereinigte Wasser fließt in die Kanalisation.
Drei Hauptkomponenten:
- Fettsammler – sammelt aufschwimmende Fette und Öle
- Schlammfang – fängt absinkende Feststoffe und Sedimente auf
- Probenentnahmeschacht – ermöglicht die Kontrolle des gereinigten Abwassers
Wartung und Betrieb: Ein Fettabscheider muss regelmäßig entleert werden – je nach Belastung alle 4 bis 8 Wochen. Die Führung eines Betriebstagebuchs ist Pflicht: Darin werden Entleerungen, Wartungen und Inspektionen lückenlos dokumentiert. Einmal jährlich ist eine Generalinspektion durch einen Fachbetrieb vorgeschrieben, bei der Dichtheit, Funktion und Zustand aller Komponenten geprüft werden. Vernachlässigte Wartung führt nicht nur zu Geruchsbelästigung und Verstopfungen, sondern kann auch zu Verstößen gegen die Betreiberverantwortung führen. Die Wartungsintervalle sollten bereits bei der Planung mit dem Entsorgungsunternehmen abgestimmt werden.
Schnittzeichnung: Funktionsprinzip Fettabscheider
Normen & Vorschriften
DIN EN 1825-1 – Abscheideranlagen für Fette: Bau-, Funktions- und Prüfgrundsätze, Kennzeichnung und Güteüberwachung
DIN EN 1825-2 – Wahl der Nenngröße, Einbau, Betrieb und Wartung
DIN 4040-100 – Nationale Ergänzungsnorm: Prüfung, Bemessung, Einbau und Betrieb
DIN 1986 Teil 1 – Entwässerungsanlagen für Gebäude: Technische Bestimmungen für den Bau
Aufstellungsarten
Entsorgungsarten
Komplettentsorgung
- • Fester Anschluss an Entsorgungsleitung
- • Saug-/Entsorgungspumpe mit Steuerung
- • Entsorgungsfahrzeug an Außenkupplung
- • Fernsteuerkasten
Teilentsorgung
- • Fette/Schlamm in Kunststoffbehältern separiert
- • Betreiber entsorgt Konzentrat selbst
- • Reduziert Entsorgungsvolumen auf ~10%
- • Optional: zentrale Nassmüllentsorgung
Schema: Komplettentsorgung mit Entsorgungsleitung
Bemessung nach Nenngröße
Alternative Bemessung nach Abwassermenge (l/s): Einzelspüle = NS 2, Spüle + Geschirrspüler = NS 4
Pflicht-Betriebe: Wer braucht einen Fettabscheider?
Gastronomie & Einrichtungen
- Küchenbetriebe
- Großküchen
- Restaurants / Hotels
- Autobahnraststätten
- Grillbetriebe
- Kantinen
- Pflegeheime
- Krankenhäuser
- Schulen / Kitas
Verarbeitung & Industrie
- Fleischverarbeitung
- Metzgereien
- Schlachthöfe
- Fischverarbeitung
- Molkereien
- Gewerbliche Spülküchen
Hinweis: Klassische Fettabscheider reichen bei emulgierten Fetten/Ölen nicht aus – hier sind Flotationsanlagen erforderlich.
Fettabscheider und Hebeanlage – was Sie wissen müssen
In vielen Gastronomiebetrieben liegt die Küche im Untergeschoss – unterhalb der Rückstauebene. Hier ist neben dem Fettabscheider zwingend auch eine Hebeanlage erforderlich, um das gereinigte Abwasser in die höher liegende Kanalisation zu fördern. Entscheidend ist dabei die richtige Reihenfolge: Der Fettabscheider sitzt immer vor der Hebeanlage im Leitungsverlauf.
Fettbelastetes Abwasser darf niemals ungefiltert durch eine Hebeanlage gefördert werden. Fette und Speisereste verkleben Pumpenräder, verstopfen Rückschlagklappen und führen zu kostspieligen Ausfällen. Erst nach der Fettabscheidung gelangt das vorgereinigte Wasser in die Hebeanlage. So schützen Sie die Pumpentechnik und sichern einen störungsfreien Betrieb.
Wir planen die Kombination aus Fettabscheider und Hebeanlage als Gesamtsystem – abgestimmt auf Ihren Abwasseranfall und die örtlichen Gegebenheiten. Mehr zum Thema Hebeanlagen finden Sie auf unserer Hebeanlagen-Übersichtsseite.
Zubehör für Fettabscheider
Rundschauglas
Fettschicht-Kontrolle, max. 160mm
Probenentnahme
Prüfung des gereinigten Abwassers
Fettschicht-Messgerät
Zehnder, präzise Messung
Absaugeinrichtung
Entleeren ohne Deckel öffnen
Fülleinrichtung
Trinkwasser-Anschluss mit Sicherung
Spül-/Entsorgungspumpe
Mit Steuerung, werkseitig montiert
Zubehör für Ihren Fettabscheider
Videos: Fettabscheider in der Praxis
KESSEL EasyClean
ACO Vollentsorgung
Kostenlose Beratung: 030 565 94 794
Weiterführende Seiten
Fettabscheider nach DIN EN 1825 und DIN 4040-100 für Gastronomie, Großküchen, Hotels, Kantinen, Krankenhäuser und Fleischverarbeitung. Nenngrößen NS 2 bis NS 10. Aufstellungsarten: Freiaufstellung, Erdeinbau, mobil. Komplett- und Teilentsorgung. Hersteller: Zehnder, ACO, Europact, FAS, TECEsepa, Kessel. Planung, Beratung und Dimensionierung – herstellerunabhängig bei 1A-Pumpstationen.




